Bereits als Kind träumte ich davon, ferne Länder zu bereisen, um neue, mir unbekannte Technologien, Kulturen, Künste und Landschaften zu entdecken. Als ich neun Jahre alt war, schraubte ich ein altes Radio auseinander, weil mich der elektronische Inhalt interessierte – genauer gesagt die Chips, Kondensatoren und Transistoren auf den Platinen. Auf einem dieser Chips stand „Made in Singapore“. Ich fragte meinen Vater in meiner verträumten, aber dennoch ernsten Art, was diese Markierung bedeute. Er entgegnete, dass dies die Kennzeichnung dafür sei, dass der Chip in Singapur produziert wurde. Daraufhin wollte ich wissen, wo Singapur liegt. Er erklärte mir, dass es sich um ein weit, weit entferntes Land handle. Ich antwortete – und daran glaubte ich als Kind fest –, dass ich eines Tages Singapur besuchen würde. Mein Vater dachte sich wahrscheinlich, dass dies nur die Worte eines träumenden Kindes seien.
Und dennoch kam es eines Tages dazu, dass ich nicht nur Singapur, sondern die ganze Welt bereiste. Oft aus beruflichen Gründen, aber nicht selten der reinen Neugierde wegen. Ich wollte und will nach wie vor Menschen, Kulturen und Technologien entdecken und diese Momente – sei es mit der Kamera oder dem Stift in der Hand – festhalten.
Mein Drang zu reisen, um mich mit anderen Menschen auszutauschen, veränderte mein Weltbild gegenüber jenen, die ich zunächst als fremd betrachtete. Heute sind viele dieser Menschen, denen ich auf der gesamten Welt begegnete, Freunde geworden. Dank moderner Kommunikationsmittel tauschen wir uns aus, lachen und trauern gemeinsam, entwickeln Ideen und berichten über unsere Erfahrungen, die nicht nur uns, sondern auch all jene, die unsere Texte lesen, näher zusammenbringen. Und manche dieser Freunde, über die ich – beziehungsweise wir als Autoren und Autorinnen dieses Blogs – schreiben, sind inzwischen selbst ein Teil dieses Projekts geworden.
Und so schließt sich der Kreis des Reisens. Zumindest für mich und meine Mitautoren. Denn Menschen in fernen wie auch nahen Ländern zu begegnen, hilft uns allen, uns besser kennenzulernen. Es schafft ein Grundvertrauen, das Konflikte vermeidet, die sonst zu Kriegen führen könnten.